Parodien in Weiß

9. September 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Jonas Engelmanns Buch über Gesellschaftsbilder im Independent-Comic

Der deutschsprachige Comicmarkt schwingt sich in punkto Vielfalt seit einigen Jahren zu neuen Höhen auf, aber für Publikationen einer begleitenden Comictheorie gilt das nur bedingt. Der jährliche Ausstoß an Readern, Monographien, historischen Grundlagewerken oder analytischen Einführungen geht über den zweistelligen Bereich nicht hinaus. Jonas Engelmann, Literaturwissenschaftler, Kulturjournalist und Mitinhaber des Ventil Verlags, hat nun seine Doktorarbeit über »Gesellschaftsbilder im Independent-Comic« veröffentlicht, und diese – Achtung: kontrafaktische Spielerei! – zählte wohl auch dann noch zum Besten, wenn die hiesige Comicforschung so viele Publizisten hervorbringen würde wie die Wirtschaftswissenschaften Kapitalismusapologeten.

mehr: junge Welt

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„Meine Muse heißt Desaster“

3. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Art Spiegelmans „Im Schatten keiner Türme“

Die Vorbemerkung liest sich ein wenig so, als hätte Art Spiegelman vor dem 11. September die Rolle des hofierten Querulanten resigniert akzeptiert. »Ich hatte mich daran gewöhnt, meine bescheidenen Talente in Essays und Titelzeichnungen für den ›New Yorker‹ zu kanalisieren. Ich war wie ein Bauer, der dafür bezahlt wird, keinen Weizen zu säen, ich bekam mehr dafür, dass ich meine Fähigkeiten, beides zu verbinden, verkümmern ließ«, schreibt er im Vorwort der Sammlung seiner Zeitungscomics über den 11.9.

mehr: satt.org
Erstveröffentlichung: KONKRET 09/2011

Kringel des Lebens, Kringel des Todes

2. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Art Spiegelmans Selbstporträt „Breakdowns“

In den 1970er Jahren, an deren Ende Spiegelmans damaliges Werkkompendium erstmals erschien, war die Welt natürlich nicht in Ordnung. Allenfalls die Comicproduktion gestaltete sich, vor allem im amerikanischen Raum, überschaubarer. In Frankreich war der Comic als opulente Buchausgabe längst etabliert, und auch Formexperimente in Magazinen wie „Pilote“ und später vor allem in „Métal Hurlant“ und „À Suivre“ loteten die vermeintlichen Grenzen der Gattung redlich aus.

mehr: Der Tagesspiegel

Antiikonisches Bild von Auschwitz

2. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Art Spiegelman: Die vollständige Maus

In „Ist das ein Mensch?“ versucht Primo Levi in Ermangelung inhaltlich besetzter Begriffe mithilfe der „Hölle“ dem Leser eine Ahnung zu vermitteln, was Auschwitz sei. Im „Roman eines Schicksallosen“ kehrt Imre Kertesz dessen metaphysische Bestimmung mit härtester Empirie in eine nicht mehr greifbare Rationalität, indem er seinen aus Auschwitz heimkehrenden Protagonisten die Zeit, zerlegt in all ihre Einheiten, aufzählen lässt, die das Lager veranschlage, was sein Gegenüber, einen investigativen Reporter, der über die Gräuel der KZs aufklären möchte und dafür beständig die Höllen-Metapher verwendet, hilflos wie lakonisch mit „Nein, das kann man nicht verstehen“ quittiert.

mehr: Textem

Wo bin ich?

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