Weder frei noch glücklich

2. September 2015 § Hinterlasse einen Kommentar

Mariko & Jillian Tamakis Grano EIN SOMMER AM SEE

Dass die Jugend eine unbeschwerte Angelegenheit sei, ein Lebensabschnitt voller Freiheit, die so später niemals wiederkehren werde, ist natürlich eine blanke Lüge, vom vermeintlich unabhängigen Leben der Erwachsenen gar nicht erst zu reden. Schlechte Coming-of-Age-Erzählungen inszenieren Jugend als melancholischen Abschied: Etwas Gutes geht vorbei. Und was sich statt dessen am Horizont auftut, ist zwar ungewiss, aber deswegen nicht weniger aufregend.

mehr: junge Welt

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Wohin fliehen?

1. April 2013 § Hinterlasse einen Kommentar

Lukas Jüligers Debüt „Vakuum“

Im pessimistischen Strang der Coming of Age-Erzählungen ist Glück ein Versprechen, das sich erst weit hinter den Grenzen der Vorstädte einlösen lässt. Die mentale Stagnation, die die Einwohner Suburbias in ihren aufgeräumten Häusern zum stillen Leiden verdonnert, korrespondiert meist umso beharrlicher mit gewaltigen Fluchtplänen: in die Großstadt, wo möglicherweise doch noch brauchbarere Lebensmodelle pulsieren. In der Regel ist jedoch allein diese Sehnsucht bereits die größte Bewegung, zu der die Figuren imstande sind.

mehr: satt.org
Erstveröffentlichung: junge Welt

Kioskberatung

1. Oktober 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Ulli Lusts „Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens“

Für Fazitfreunde: Meisterwerk!

mehr: KONKRET

Eissturm im Vampirnest

3. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Matt Reeves „Let Me In“

„Do you know where your children are?“, fragt vielleicht etwas zu aufdringlich die TV-Texttafel die schlafende Mutter auf der Couch. Wo sollte ihr 12jähriger Sohn Owen schon sein? In diesem farblosen Ort Los Alamos in New Mexico, dessen Tristesse der andauernde Schneematsch allenfalls akzentuieren, jedenfalls nicht weiter verschlimmern kann, sitzt er regelmäßig allein in einem schäbigen Hinterhof auf einem nicht minder schäbigen Klettergerüst und lernt, dass die Welt zum Fürchten ist.

mehr: filmgazette

Vergangenheitsbewältigung

3. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Jeff Lemires „Essex County: Geistergeschichten“

»Wissen sie, ich sage immer, es gibt nur zwei Arten, um in dieser Welt völlig alleine zu sein … verloren in der Menge … oder in totaler Isolation.« Wenn uns Lou Lebeuf am Ende seiner Lebensgeschichte diese Maxime offenbart, hat er bereits vergessen, dass er sie nicht zum ersten Mal erzählt. Lou ist das ältere und lebensüberdrüssige Pendant zu Lester, dem kleinen Jungen aus Jeff Lemires erstem Band der Essex County-Trilogie »Geschichten vom Land«, der sich mittels andauernder Superheldenfantasien ein familiäres Trauma – seine Eltern starben bei einem Autounfall – vom Leib hält.

mehr: satt.org

Die kleinen Mädchen aus der Vorstadt

2. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

„Alien“ von Aisha Franz

Wollte man den Novellenanteil im Begriff Graphic Novel beim Wort nehmen, also im Sinne Goethes eine unerhörte Begebenheit als Zentrum erwarten, um welches sich die Erzählung entfaltet, so erfüllt „Alien“, das Debüt von Aisha Franz, diese Eigenschaft geradezu idealtypisch.

mehr: Der Tagesspiegel

Einsamkeitsstudien

2. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Jeff Lemires „Essex County“

Die erste Seite: der Blick auf ein Windrad, dann auf ein Futtersilo, schließlich auf den Hinterkopf eines Jungen. Die Halbtotale auf der folgenden Seite zeigt ihn in einem provisorischen Superheldenkostüm: Cape, Handschuhe und Batman-Maske. Aus einer Vogelperspektive sehen wir, dass er sich mitten auf dem riesigen Feld einer Farm befindet. Er schließt die Augen, sammelt allen Mut, läuft los und – erhebt sich in die Lüfte, fliegt direkt auf die Leser/innen zu. Sein Blick verrät, dass er es selbst nicht ganz glauben kann. Aber die Reise währt nur kurz: Die Rufe seines Onkels holen Lester in Sekundenschnelle buchstäblich auf den Boden der Tatsachen zurück.

mehr: satt.org

Wo bin ich?

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