Integratives Bangen

4. Oktober 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Der „Wacken“-Dokumentarfilm „Full Metal Village“

Ihr Regiedebüt „Full Metal Village“ nennt die südkoreanische Regisseurin Sung-Hyung Cho – nicht ohne Ironie – im Untertitel einen Heimatfilm. Mit fast schon ethnographischem Blick portraitiert sie die innere Dynamik des kleinen Dorfes Wacken, wie es sich allmählich auf den alljährlichen Ansturm zehntausender Metalfans zum bereits traditionellen Wacken-Open Air vorbereitet. Dieser kurzfristige Ausnahmezustand ist es, was die Dorfbewohner zusammenführt und den Rekurs zum titelgebenden Heimatfilm vollzieht. Allerdings steht hier nicht der unmittelbare Zusammenprall zweier vermeintlich gegensätzlicher Kulturen im Mittelpunkt. Dafür nehmen die 20 Minuten Festivitätenschilderung deutlich zu wenig Platz ein.

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DIY Till Death

2. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Der Dokumentarfilm „Noise and Resistance“

Man könnte diesen Dokumentarfilm als Reaktion auf ein 25jähriges Jubiläum verstehen: Nachdem sich die englische Politpunk-Band Crass im Orwell-Jahr auflöste, begeben sich die Regisseurinnen Julia Ostertag („Gender X“ (2005), „Saila“ (2008)) und Francessca Araiza Andrade auf die Suche nach dem, was gegenwärtig übriggeblieben ist von Punk und vor allem DIY.

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Vom Portrait zur Apotheose

2. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Maria Speths Dokumentarfilm „9 Leben“

Es sind überaus drastische Schicksale, von denen Regisseurin Maria Speth („In den Tag hinein“ (2001), „Madonnen“ (2007)) in ihrem ersten Dokumentarfilm erzählen lässt. Geschichten von seelischen und körperlichen Misshandlungen, Vergewaltigung, Drogensucht, familialer Gewalt und sozialer Isolation. Erzählt wird ebenso von Befreiungsschlägen, von dem Nullpunkt, der Sunny, Toni, Krümel, JJ, Stöpsel, Soja und Za, die sieben Protagonisten des Films, dazu verleitete, das Leben auf der Straße jeder Illusion von familiärer Sicherheit vorzuziehen.

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Der Traumreisende

2. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Ein Dokumentarfilm über den Comiczeichner Moebius

Ziemlich früh spricht Moebius davon, dass ihm die Nouvelle Vague, die sich gegen die eingefahrene Bildsprache des etablierten Kinos wandte, in den fünfziger Jahren schnell zur Religion wurde. Und weil das Abhaken biographischer Eckdaten, wie es in dem kürzlich auf DVD veröffentlichten Dokumentarfilm „Moebius Redux – Das Leben von Jean Giraud“ Prinzip ist, immer auch lineare Verzahnung suggeriert, war es vielleicht nur folgerichtig, dass er selbst rund 20 Jahre später für eine kleine Revolution im europäischen Comic mitverantwortlich sein sollte.

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Propaganda der guten Absicht

2. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Simone Bittons Dokumentarfilm „Rachel“

„Israelkritik“ weiß von sich selbst am besten, dass sie es nur gut meint. Dadurch immunisiert sie sich gegen Einwände. Werden die dennoch erhoben, fühlt sie sich gegeißelt und einem imaginierten Diktat des Tabus unterworfen. Darüber jammert sie sodann in den auflagenstärksten Zeitungen und zu den besten Sendezeiten so lange, bis ihr endlich in Gestalt unzähliger Auszeichnungen, die der Kulturbetrieb eben bereit hält, der flächendeckend beklagte Maulkorb geadelt wird. An diesem Dilemma leidet nicht bloß die stets vor Kühnheit zitternde Prominenz vom Schlage eines, sagen wir, Martin Walsers, Norman Finkelsteins oder Noam Chomskys.

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Beißende Papageien und Sperma im Planschbecken

2. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Nana A.T. Rebhans Dokumentarfilm „Berlin: Hasenheide“

Er ist ein kurzes, bewegtes und bewegendes Pamphlet gegen die mediale Alarmstimmung. „Berlin: Hasenheide“ heißt der komplett eigenfinanzierte Dokumentarfilm von Nana A.T. Rebhan. Die Kamera flaniert durch den titelgebenden Ort in Neukölln, der breitenwirksam als Drogenumschlagsplatz in bitterbösen Verruf geraten ist. Kein Wunder also, dass der rund 45 Hektar fassende Landschaftspark von Boulevardblättern bereits sogar zur No-Go-Area deklariert wurde.

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Nesthocker und Spiegelleser

2. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Eva Wolfs „12 Monate Deutschland“

Ein Film als ethnographische Reise: In ihrem Dokumentarfilm portraitiert Eva Wolf vier AustauschschülerInnen, die zwölf Monate bei Gastfamilien in Deutschland verbringen. Was sie zunächst eint, sind die teilweise verheerenden Sprachbarrieren, welche auch zuvörderst dafür verantwortlich sind, die sich schnell abzeichnenden Konflikte und Missverständnisse als Ausdruck kultureller Differenzen zu deuten. Als vorher nicht abzusehender dramaturgischer Kniff tritt später hinzu, dass alle Vier ihre Gastfamilien wechseln werden, die einen mehr, die anderen weniger freiwillig.

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Wo bin ich?

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