Eine Liebeserklärung

2. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

»Warum Israel« ohne Fragezeichen: Claude Lanzmanns Dokfilmdebüt

In seinem Debüt von 1973 entfaltet Claude Lanzmann bereits sehr anschaulich all seine Inszenierungsmethoden, die sein späteres Mammutwerk „Shoah“ zu einem solch gewichtigen Klassiker des Dokumentarfilms avancieren lassen sollten: die Orte existieren, aber was sie von sozialer Realität künden, ist von den historischen Erfahrungen überformt und so zeigen auch ihre Bilder stets mehr als ihre bloße mediale Verdoppelung. Was in „Shoah“ die Spuren der Nicht-Erinnerung waren – beispielsweise eine beschauliche Waldwiese, unter deren Grün sich tausende Leichen eines Massengrabs befinden – ist in „Warum Israel“ die Frage nach der A-Normalität der Normalität.

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Erstveröffentlichung (gekürzt): junge Welt

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Sein und Schein der Identitäten

2. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Poison

Dass der Begriff queer nicht einzig auf den geschlechtsspezifischen, sondern auf die Irritation jedweden Identitätsbegriffs per se referiert, kann nun in Todd Haynes Debütwerk, welches gern als Initialklassiker des New Queer Cinema apostrophiert wird, in aller Ruhe nachvollzogen werden. Wie in seinem aktuellen Bob Dylan-Biopic „I`m not there“, in dem nicht weniger als sechs verschiedene Schauspieler der Figur Dylan ein Gesicht verleihen, ist auch bereits in „Poison“ diese zentralmotivische Ausrichtung in Haynes Schaffen spürbar.

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Erstveröffentlichung: F.LM – Texte zum Film

Gegen das Schöne

1. Februar 2012 § Ein Kommentar

Aktion Mutante

Die Welt der Zukunft in „Aktion Mutante“ ist trennscharf in zwei Klassen aufgespalten: Die Herrschenden gebieten über den Rest. Das ist nicht so unwichtig, wenn man bedenkt, dass sich die gleichnamige Terroristengruppe unter der Schirmherrschaft des charismatischen Ramons einzig gegen das Primat der Schönheit und Sauberkeit der Vergnügungssüchtigen auflehnt.

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Erstveröffentlichung: Schnitt

Der Spurentilgung auf der Spur

1. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Shoah

Die deutsche Vergangenheitsbewäligung besitzt zahlreiche Kulminationspunkte, deren Kitt aus der Versöhnung des Unversöhnlichen seine bruchlose Konsistenz speist: sei es der Historikerstreit oder die Walser-Affäre, der Kniefall von Bittburg oder Möllemanns Israelattacken, Hitler – Eine Karriere oder Der Untergang, der Kosovo-Krieg oder das Zentrum gegen Vertreibung, die Kultur Deutschlands hat in Bezug auf den Nationalsozialismus viele Exempel der Schuldfrage hervorgebracht, deren Grundlagen eigentlich einem einzigen Effekt dienen: die Differenz zwischen Tätern und Opfern einzuebnen. Unumstößliche Grenzen freilich, und Lanzmanns Film erhärtet ihre Säulen, indem er sich auf die Suche nach dem begibt, was ihre Chance und größte Gefahr zugleich darstellt: den Spuren der Vergangenheit im Gegenwärtigen.

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Erstveröffentlichung: Schnitt

Michael Moore auf der Spur

1. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Manufacturing Dissent

In Manufacturing Dissent ist der Verweis auf die Produktionsbedingungen des eigenen Werkes evident, denn das Regisseurgespann agiert selbst in der Figur des investigativen Journalisten vor, bzw. als Erzählerstimme im Off, hinter der Kamera, angetreten, um der Medienfigur Michael Moore auf die Schliche zu kommen und seinem selbstkreierten Mythos, altruistische und kämpferische Stimme aller Leidtragenden des kapitalistischen Verwertungssystems zu sein und so widerstandsmobilisierende Impulse zu initiieren, zu destruieren.

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Überlebenskampf

1. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Barfuß durch Hiroshima

Im Zuge des nach wie vor anhaltenden Manga–Booms veröffentlichte der Carlsen Verlag in den Jahren 2004 und 2005 Keiji Nakazawas autobiographische Comic-Erzählung „Barfuß durch Hiroshima“, worin der Autor und Zeichner seine Leidensgeschichte vor, während und nach dem Atombombenabwurf über das gänzlich militarisierte Hiroshima Revue passieren lässt.

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Erstveröffentlichung: Testcard #17

Tierhorror

1. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Der eiskalte Tod

Ein völlig zu Unrecht in Vergessenheit geratenes Kleinod des Paranoia-Kinos, was nicht zuletzt an der, nun, quasi nicht vorhandenen Verfügbarkeit liegen mag. Meines Wissens war dem Film hierzulande lediglich eine (!) Fernsehausstrahlung im ARD–Nachtmittagsprogramm in den Achtzigern vergönnt, nicht mal eine VHS–Edition lässt sich ausfindig machen. Und das ist furchtbar, handelt es sich doch – umso erstaunlicher für eine schnöde TV–Produktion – um ein ungemein intensiv und wirklich beklemmend daher kommendes Kammerspiel, angesiedelt in den unzugänglichen Weiten der Schneewüste Alaskas.

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Wo bin ich?

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