Die Lage in Togo

3. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Judith Vanistendaels Comic „Kafka für Afrikaner“

Zweimal weicht die belgische Comiczeichnerin und -autorin Judith Vanistendael in ihrem Debüt „Kafka für Afrikaner“ vom sonst dominierenden Reihenschema der Panels ab und lässt Szenen und Bewegungen ganzseitig ineinanderfließen. Auf dem einen Bild liegt Abou, ein politischer Flüchtling aus Togo, schlafend am unteren Rand auf einer Matratze, neben sich eine qualmende Zigarette, deren Rauch den Rest des Bildes füllt und seine Albträume visualisiert, schwarzweiß, schmutzig schraffiert, ein wenig expressionistisch: Man sieht einen nackten Mann, der sich vor den Stiefeln eines Soldaten ängstlich zusammenkauert, einen Hubschrauber, aus dem eine grotesk gekrümmte Gestalt ins Meer geworfen wird, und eine Gruppe Demonstrierender, die wütend eine Reihe martialisch ausgestatteter Polizisten anschreit.

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Auge in Auge mit Tintoretto

3. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Nicolas Mahler adaptiert Thomas Bernhard

Es ist nur auf den ersten Blick ein Kontrast, wenn Nicolas Mahler – seines Zeichens Wiener Comiczeichner und Cartoonist, Meister der bildpoetischen Reduktion – Thomas Bernhards wortgewaltigen, als „Komödie“ apostrophierten Roman „Alte Meister“ als Comic adaptiert. In Bernhards Werken führen konzentriertes Abschweifen und Wiederholen zu einer Flut aus Stänkerei, Verzweiflung und Abscheu – verbunden mit der existenziellen Einsicht, dass nur die Negation des Wortes den gesellschaftlichen Zumutungen standhält.

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Wirklich folgenschwere Entscheidungen

3. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

„Fünftausend Kilometer in der Sekunde“ von Manuele Fior

Dass die Menschen im Klammergriff von Flexibilisierung und Mobilität auch in ihrer Konstellation als Liebespaare jederzeit von der Entfremdung eingeholt zu werden drohen, mag kein besonders origineller Befund mehr sein. Trotzdem begibt sich der italienische und nach Zwischenstationen in Berlin und Norwegen nun in Paris lebende Comiczeichner Manuele Fior in seiner nun vierten Buchveröffentlichung an die Chronik einer Beziehung und mit ihr an all die äußeren wie inneren Hürden, die das Versprechen auf Glück zur ungewollten Tortur derangieren.

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Der Mann, der sich verbarg

3. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Golos „B. Traven. Portrait eines berühmten Unbekannten“

Begibt man sich auf das Terrain eines Meisters der Täuschung, empfiehlt es sich, ihm mit ebenbürtigen Strategien zu begegnen. Und wenn man eines über das vielleicht berühmteste Phantom der modernen Literaturgeschichte B. Traven weiß, dann eben, dass er zu Lebzeiten alles daransetzte, auch nur die geringsten seiner biografischen Anhaltspunkte systematisch zu verschleiern.

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Sex-Ikonen des 20. Jahrhunderts

2. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Nine Antico erzählt in „Coney Island Baby“ von Betti Page und Linda Lovelace

Im Jahr 1972, als „Deep Throat“ seinen unvergleichlichen Siegeszug an den US-amerikanischen Kinokassen antreten sollte, gab es weder das selbstreflexive Erzählen des Post-Porn noch ein kulturwissenschaftliches oder medientheoretisches Interesse an der Pornografie. Das Phänomen trat quasi blank auf und führte, setzt man das minimale Budget von 25.000 US-Dollar und das spätere millionenfache Einspielergebnis zueinander ins Verhältnis, zu einer der nach wie vor weltweit erfolgreichsten Produktionen der Filmgeschichte.

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Als die Kids noch allright waren

2. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Die Comicautorin Martina Lenzin setzt sich in „rpm“ mit der letzten heroischen Jugendbewegung auseinander

Subkultur und Jugendrevolte gleichen heute ausgehöhlten Zeichensystemen eines gestrigen Aufruhrs. Zur politischen Vernetzung, gar als eine Sozialisationsinstanz taugen sie heute nicht mehr viel. Ihre Klänge verhallen entweder in den Marketingagenturfluren, bündeln sich ungehört zum Datenstrom in den Weiten des Internets oder verkommen zum erstarrten Ritual des Immergleichen.

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Krieg und Comic

2. Februar 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Erzählungen von Fidel Castro, Bosnien und dem Ersten Weltkrieg

Das Thema Leben vor, während und nach dem Kriegszustand besitzt im zeitgenössischen Comic derzeit große Konjunktur. Das Berliner Gorki-Theater veranstaltet dazu ab Sonntag sogar eine ganze Veranstaltungsreihe.
Mit dem wenn auch sehr spät und langsam einsetzenden hiesigen Wandel seiner öffentlichen Wahrnehmung als Kunstform drängen verstärkt Erzählungen auf den Markt, die den Krieg und mit ihm die Entwicklung historischer Prozesse fokussieren. Die Zugriffe der teils übersetzten, teils deutschsprachigen Werke auf den kontrollierten Ausnahmezustand und die Funktion ihrer Bildpolitik weisen bemerkenswerte Unterschiede auf.

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